Kirchentag

Die Frauenkirche in Dresden

"Die steinerne Glocke", wie die Frauenkirche auch genannt wird, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Kirchentages, der vom 1. bis 5. Juni 2011 in Dresden stattgefunden hat. Im Gegensatz zu den großen italienischen Domkuppeln ist die Kuppel der Frauenkirche nur im oberen Teil konvex, im unteren Teil dagegen konkav. Darum wird diese Kuppel auch gerne mit einer Glocke verglichen.

Doch die Frauenkirche ist nicht nur ein Gebäude, sondern sie ist zugleich ein Symbol. Das obenstehende Bild zeigt einen Teil der Würzburger Delegation auf dem Dresdner Neumarkt (v.l.n.r.): Max Schmid, Inka Stock, Birgit Bolner, Margot Schmickler, Inge Mark, Bettina und Niko Natzschka.

Zur Symbolik: Die Frauenkirche verbindet Katholiken und Protestanten. Sie ist eine evangelische Kirche mit einem katholischen Namen. Der romanische und der gotische Vorgängerbau waren "Unserer Lieben Frau" geweiht.

Die Frauenkirche verbindet Ost- und Westdeutschland. Deutsche aus Ost und West haben gemeinsam - gegen zahlreiche Widerstände - den Wiederaufbau vorangetrieben. Die Frauenkirche ist heute - neben dem Kölner Dom - der meistbesuchte Kirchenbau Deutschlands.

Die Frauenkirche verbindet Gläubige und Kirchenferne: 80 Prozent der Dresdner gehören keiner religiösen Gemeinschaft mehr an, die Mehrheit von ihnen versteht die Frauenkirche trotzdem als "ihre Kirche" - auch die Dresdner Katholiken, die 5 Prozent der Stadtbevölkerung ausmachen.

Die Frauenkirche verbindet ehemalige Feinde: Zahlreiche US-Amerikaner, Briten, Franzosen und Polen haben beim Wiederaufbau mitgeholfen. Ein Beispiel: Der Londoner Kunstschmied Alan Smith, Sohn eines englischen Piloten, der Dresden bombardiert hatte, schuf das vergoldete Kuppelkreuz.

Niko Natzschka

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